Die Schlaganfall-Informationsseite für Kinderärzte und Eltern

DER KINDLICHE SCHLAGANFALL

 

"TIME IS BRAIN! "
Auch bei Kindern!!

 

 

News

Thrombolysis in Pediatric Stroke Study. Wichtige Analyse einer gescheiterten Lyse-Studie bei Kindern

Emergence of the primary pediatric stroke center: impact of the thrombolysis in pediatric stroke trial

Cervikale Dissektion. Therapiestudie lässt Fragen offen.

Windpocken als Ursache für kindliche Schlaganfälle erneut bestätigt.

VIPS-Trial, erste Ergebnisse zu cerebralen Arteriopathien

Vortrag Essen

 

Buchempfehlungen

für Fachleute!

Umfangreiches Buchkapital: Pediatrics Stroke
(bei Interesse bitte an mich wenden!)

Elterninitiative

Deutsche Schlaganfallhilfe zum Kinderschlaganfall

International Alliance for Pediatric Stroke

Artikel zu Kinderschlaganfallspendenaktion Münster

Der Schlaganfall im Kindes- und Jugendalter

Diese Seite ist als Informationsseite für Kinderärzte und Eltern betroffener Kinder und Jugendlicher gedacht, die sich über das Krankheitsbild des kindlichen Schlaganfalls informieren möchten.

Der Schlaganfall bei Kindern jeden Alters ist ein sehr einschneidendes Ereignis für Kinder und Familien und stellt, nicht zuletzt wegen der relativen Seltenheit, auch für das betreuende medizinische Personal eine grosse Herausforderung dar.

Die Informationen auf dieser Seite spiegeln eigene klinische Erfahrungen aus meiner Tätigkeit im Kinderschlaganfallprogramm des Hospital für Sick Children, Toronto, ebenso wider wie aktuelle veröffentlichte wissenschaftlicher Erkenntnisse zu diesem Thema.
Bewusst bleiben Informationen zu bestimmten Aspekten des kindlichen Schlaganfalls etwas oberflächlich. Für weitergehende Informationen empfehle ich dringend den direkten Arztkontakt in einer Kinderklinik mit besonderer Expertise im Umgang mit Schlaganfallkindern. Es gibt keine "Kochrezepte" für die Betreuung von Kindern mit Schlaganfall! Die kompetente Betreuung und Beratung erfordert viel Erfahrung.

WICHTIG: JEDES Kind mit Schlaganfall ist anders!

Betroffene Familien können bei Bedarf über die Kinderschlaganfallsprechstunde der Universitätskinderklinik Düsseldorf/Zentrum für Seltene Erkrankungen Kontakt zum Autor dieser Seite aufnehmen.

Diese Seite wird regelmässig aktualisiert.

Einleitung

Im Laufe der letzten 20 Jahre wurde der kindliche Schlaganfall zunehmend als ein Problem auch des Kindesalter wahrgenommen.
Dabei rechnet man international dem kindlichen Schlaganfall folgende Krankheitsbilder zu:

- der ischämische Schlaganfall (klassischerweise ein Blutgerinnsel, das ein wichtiges hirnversorgendes Blutgefäss verschliesst)

- der hämorrhagische Hirninfarkt (eine, z.B. durch ein geplatztes Hirnaneurysma entstandene Hirnblutung)

- die cerebrale Sinusvenenthrombose (der Verschluss einer Hirnvene, die normalerweise den Blutabstrom aus dem Gehirn gewährleistet)

Diese Internetseite widmet sich zunächst nur dem ischämischen Schlaganfall. Weitere Informationen zu den anderen beiden Typen werden in den nächsten Monaten folgen.

Entgegen dem weit vertreiteten Glauben, dass das junge Gehirn besonderen Schutz vor den Schäden durch einen Schlaganfall geniesst, zeigt die alltägliche Erfahrung in der Betreuung betroffener Kinder, dass signifikante Langzeitschäden mit besonderen Anforderungen an Förderung und Rehabilitation häufig sind. Daher ist es international ein Ziel, dass betroffene Familien in spezialisierten Kinderschlaganfallzentren nach dem Vorbild der Universität Toronto (The Hospital for Sick Children) betreut werden. Gut betreut ist die Lebensqualität von Kindern mit Schlaganfällen in der Regel gut!

In der Betreuung von Schlaganfallkindern ist es wichtig sich bewusst zu machen, dass gravierende Unterschiede zwischen Schlaganfällen bei Kindern und Erwachsenen existieren.

Dies gilt für Unterschiede in der Reifung und Anatomie des Gefäßsystems, des Zentralen Nervensystems generell, des Immunsystens, sowie des Blutgerinnungssystems. Auch die Ursachen von Schlaganfällen unterscheiden sich wesentlich zwischen Neugeborenen, Kindern und Erwachsenen. Klassische Risikofaktoren bei Erwachsenen wie erhöhte Blutfette, Blutdruck, Übergewicht, etc., spielen bei Kindern praktisch keine Rolle.

Dann sind Symptome des kindlichen Schlaganfalls häufig subtiler, bestimmte Zeichen (wie etwa Krampfanfälle), spielen eine grössere Rolle bei Kindern als bei Erwachsenen. Die Unkenntnis, dass Schlaganfälle überhaupt bei Kindern auftreten sowie die unspezifische Symptomatik führen häufig zu einer Verzögerung der Diagnostik, die optimalerweise mittels Kernspintomographie erfolgt (MRT, MRI). Eine Computer-Tomographie (CT) kann zwar sinnvoll sein um im Akutstadium andere Ursachen wie Hinrblutungen auszuschliessen, sie ist aber nicht geeignet einen frühen Schlaganfall mit grosser Zuverlässigkeit zu sichern.
Falsche Diagnosen (v.a. falsch nevativ in Bezug auf den Nachweis einer Ischämie) im CT zählen zu den wichtigsten Ursachen der verzögerten Diagnosestellung!

Nicht zuletzt sind auch in der Therapie besondere Aspekte des Kindesalter zu berücksichtigen! Es ist keine neue Erkenntnis, dass Kinder keine kleinen Erwachsenen sind. In der Schlaganfalltherapie gilt dies aber in besonderer Weise.
Daher ist es sehr wünschenswert, dass mehr und mehr pädiatrische Kliniken hier Strukturen schaffen, die eine optimale Therapie der Kinder sicherstellen!

WICHTIG: Auch im Kindesalter ist der Schlaganfall immer ein NOTFALL!!
TIME IS BRAIN!

 

Definition des Kranheitsbildes

- der ischämische Schlaganfall (klassischerweise ein Blutgerinnsel, das ein wichtiges hirnversorgendes Blutgefäss verschliesst)

- der hämorrhagische Hirninfarkt (eine z.B. durch ein geplatztes Hirnaneurysma entstandene Hirnblutung)

- die cerebrale Sinusvenenthrombose (der Verschluss einer Hirnvene, die den Blutabstrom aus dem Gehirn gewährleistet)

Im weiteren widme ich mich ausschliesslich dem ischämischen Schlaganfall.

 

Häufigkeit des kindlichen Schlaganfalls

Die am saubersten erhobenen Daten zur Häufigkeit des kindlichen Schlaganfalls (ischämischer Schlaganfall) stammen aus UK und sind 2014 veröffentlicht worden. Danach liegt die sog. Inzidenz bei 1,6 Fälle auf 100.000 Kinder unter 16 Jahren (Neugeborene waren ausgeschlossen).
Übertragen auf Deutschland muss mit mehr als 300 neuen Fälle pro Jahr gerechnet werden. Dabei sind hämorrhagische Infarkte und Sinusvenenthrombosen nicht mitgezählt. Die Zahl wäre sonst mehr als dopplet so hoch!
Ein besonderes Risiko besteht in der Neugeborenenzeit und im ersten Lebensjahr. Die Ursachen dafür sind nicht vollständig geklärt. Schlaganfälle bei Neugeborenen treten bei ca. 1 auf 2500-4000 Neugeborenen auf.

Ursachen des kindlichen Schlaganfalls

Die Ursachen des Schlaganfalls bei Kindern sind komplexer als bei Erwachsenen und intensive Bemühungen unter Einbeziehung von Experten sind notwendig, um die Ursachen und damit auch häufig das Risiko für Rückfälle identifizieren und benennen zu können.
Die klassischen Risikofaktoren bei Erwachsenen, wie etwa Bluthochdruck, Übergewicht, erhöhte Blutfette, etc., spielen bei Kindern praktisch keine Rolle.

Bei intensiven Bemühungen wird bei > 50% der Kinder eine oder sogar mehrere Ursachen für den Schlaganfall zu identifizieren sein.
Dies kann von immenser Bedeutung für die weitere Therapie und Vorhersage von Rückfallwahrscheinlichkeiten sein.

Die International Pediatric Stroke Study hat folgende Kategorien unterschieden:

Arteriopathien

Kardiogene Ursachen

Chronische, systemische Krankheiten

Thrombophilie

Akute, systemische Erkrankungen

"Chronic head and neck disorders "

"Acute head and neck disorders "

Risikofaktoren für Artheriossklerose im Erwachsenenalter (spielt sicher eine untergeordnete Rolle)

Auf die wichtigsten Gruppen von Ursachen soll etwas ausführlicher eingegangen werden.

Cerebrale Arteriopathien

Diese Gruppe von noch nicht gut verstandenen Erkrankungen spielt vermutlich eine herausragende Rolle bei kindlichen Schlaganfällen. Gleichzeitig ist aber auch zu erkennen, dass die Diagnostik diesbezüglich vor allem auch in Deutschland und der Schweiz ein zu geringe Rolle spielt.
Das ist insofern bedenklich, als dass erstens vermutet wird, dass Arteriopathien ca. 50% aller kindlichen Schlaganfälle zugrunde liegen. Zudem scheint nach heutigem Wissensstand das Rückfallrisiko in dieser Patientengruppe besonders hoch zu sein.

Es werden folgende Arteriopathien unterschieden:

(A) Transient Cerebral Arteriopathy (TCA) (früher auch FCA, wobei F=focal, genannt oder auch den ZNS Vaskulitiven zugeordnet)
(B) Moyamoya
(C) Fibromuscular Dysplasia
(D) Dissection
(E) Vasculitis
(F) Congenital Arteriopathies

Es würde den Rahmen dieser Darstellung sprengen auf diese Gruppen von Arteriopathien im Detail einzugehen.
Wichtig ist, dass für alle diese Arteriopathien die Bildgebung eine herausragende Rolle spielt. (MR-Angiographie, Konventionelle Angiographie, CT-Angiographie, neuere MRT Methoden wie ASL, CVR, ...). Bei diagnostischen Unsicherheiten ist Expertenrat einzuholen.

Wichtig ist, dass einige häufigere Infektionen wie z.B. die Windpocken mit kindlichen Schlaganfällen assoziiert sind. Auch eine Meningitis stellt ein Risikofaktor für kindliche Schlaganfälle dar.
Nicht selten finden sich dann Arteriopathien als wahrscheinliche Ursache der Gefässverschlüsse.
Internationale Studien zur weiteren Klärung dieser Zusammenhänge auch für andere Infektionen laufen derzeit unter dem Dach der IPSS (International Pediatrics Stroke Study).

 

Kardiogener Schlaganfall (Herzfehler, Herzerkrankung bzw. deren Diagnostik und/oder Therapie als Ursache)

Kindliche Herzfehler und Herzerkrankungen stellen einen wichtigen Risikofaktor für Schlaganfälle bei Kindern dar. Ca. 1/3 aller kindlichen Schlaganfälle sind "kardiogen". Insbesondere "embolische" Schlaganfälle spielen hier eine Rolle, als Blutgerinnsel, die aufgrund der Herzerkrankungen selbst oder diagnostischer bzw. therapeutischer Prozeduren in Hirngefässe geleitet werden und diese verschliessen.
Zu nennen sind neben der Herzchirurgie als Risikofaktor allgemein, der Herzkatheter, die sogenannte ECMO (extracorporeal membrane oxygenation) und die "ventricular assist device" (VAD). Eine Dunkelziffer ist aber anzunehmen, da zerebrale Bildgebung mittels CT oder MRT kein Standard bei "Herzkindern" ist und kardiogene Schlaganfälle nicht selten asymptomatisch ablaufen oder aufgrund des allgemein schlechten Zustandes der betroffenen Kinder nicht erkannt werden.

Immer wenn verschiedene arterielle Territorien im Gehirn betroffen sind, muss an eine kardiogene/embolische Ursache gedacht werden.
Allerdings ist in den meisten Fällen von kardiogenem Schlaganfall der Herzfehler bereits vorher bekannt.

Thrombophilie

Angeborene oder erworbene Neigungen zu Thrombosen (= Thrombophilie) werden bei bis zu 50% der Kinderschlaganfälle gefunden. Allerdings ist weiterhin unklar und teilweise auch kontrovers, wie hoch die Bedeutung der gefundenen Thrombophilien wirklich ist. Thrombophilien können eine Schlaganfallneigung bedeuten, es ist aber vielfach davon auszugehen, dass weitere Auslöser eine Rolle spielen. Wahrscheinlich kommen nur seltene bzw. sehr gravierende Formen von Thrombophilien als alleinige Ursache von Kinderschlaganfällen in Frage.

Thrombophilien stellen aber ein Risikofaktor für Rückfälle dar und sind daher wichtig für langfristige Therapieentscheidungen. Die Thrombophilie-Diagnostik und Interpretation ist NICHT banal und sollte daher in spezialisierten Zentren erfolgen.

Genetik und Schlaganfall

Die Rolle genetischer Risikofaktoren ist derzeit Inhalt intensiver Forschungsbemühungen. Aufgrund der relativen Seltenheit von Kinderschlaganfällen, sind Ergebnisse aber nur durch intensive, internationale Kooperationen von Kinderschlaganfallexperten zu erreichen!

Es ist bekannt, dass bestimmte genetische Syndrome mit Schlaganfällen assoziiert sind: z.B. Neurofibromatosis Type 1, PHACES, Alagille, Down-Syndrom, Williams-Syndrom, Moyamoya.
Zudem sind einige Gendefekte gefunden worden, die zu Schlaganfällen prädisponieren (COL4A1, ACTA2, RNF213 bei Moyamoya). Zum Teil lassen bestimmte MRT-Muster an diese Formen der Schlaganfälle denken.
Zusätzlich gibt es einige Stoffwechselkrankheiten, bei denen ein erhöhtes Risko für Schlaganfälle besteht, insbesondere die Homocystinurie und bestimmte Mitochondiopathien.

 

Symptome

Die Symptomatik des kindlichen Schlaganfalls ist abhängig vom Alter des betroffenen Kindes und der Lokalisation der Hirnschädigung.

Häufige Symptome sind:

1) Aus Mallik et al.

 

< 1 year

1-5 years

6-10 years

11-15 years

fokale Symptome

75%

89%

70%

91%

Hemiparese

69%

85%

60%

52%

Facialis-schwäche

25%

47%

40%

39%

Sprachs-störung

13%

32%

40%

48%

Diffuse Symptome

63%

47%

100%

74%

Decreased conscious level

60%

36%

50%

39%

Kopfschmerzen

0%

13%

50%

52%

Krampanfälle

75%

26%

20%

9%

 

Leider ist die Symptomatik nicht selten so unspezifisch, dass nicht unmittelbar an einen kindlichen Schlaganfall gedacht wird.

 

Diagnostik


WICHTIG: Wenn möglich, ist die MRT Untersuchung einem CT vorzuziehen.

Vor- und Nachteile bestimmter Bildgebungsmethoden

MRT/Kernspintomographie

Computed Tomography (CT)

Less widely available

Widespread access

Extended acquisition time, sedation may be needed

Very fast acquisition speed

No radiation

Uses ionizing radiation

Diffusion-weighted imaging highly sensitive and specific for early stroke

Misses stroke diagnosis in the majority of children

Gradient-echo imaging sensitive for detection of haemorrhage

Highly sensitive for detection of acute haemorrhage

MR angiography (TOF) does not require contrast

CT angiography requires intravenous contrast

TOF angiography is prone to flow artifacts

CT angiography provides more accurate anatomic illustration of cerebral arterial system

Susceptibility weighted images provide valuable information about cerebral venous system

Imaging of cerebral venous system requires contrast

Mismatch studies (core vs. penumbra) usually not available in pediatric centers

Mismatch studies (core vs. penumbra) usually not available in pediatric centers

In besonderen Fällen kann weitergehende spezielle bildgebende Diagnostik notwendig werden (konventionelle Angiographie, spezielle MRT-Methoden, wie etwas "vessel wall imaging", etc.). Die Entscheidung darüber sollte von einem interdisziplinären Team, das über Erfahrung in der Betreuung von Kinderschlaganfällen verfügt, erfolgen!

 

Differentialdiagnostik

Mehr noch als bei Erwachsenen ist an sogenannte "stroke mimics" zu denken, also Krankheitsbilder oder Zustände, die durch die klinische Präsentation zwar dem Schlaganfall ähnlich sind, aber letztlich ganz andere Ursachen haben.

Die wichtigsten sind in der folgenden Tabelle zusammengefasst. Im Rahmen der ersten Diagnostik bei noch unklarer Ursache, ist der Ausschluss dieser "stroke mimics" sehr wichtig.

Migräne

Funktionelle Störungen

Krampfanfälle

postiktale Lähmung

ADEM

Cerebellitis

Tumor

PRES*

Intoxication

Intracranialer Abscess

AVM

Idiopathic intracranial hypertension

Periodic hypertensive episodes

Metabolic stroke

Subdural empyema

Moyamoya

 

Therapie

 

Therapie: TIME IS BRAIN! Dies gilt auch bei Kindern!

 

Die wichtigste Devise bei der Behandlung von Schlaganfällen im Kindesalter ist wie bei Erwachsenen, keine Zeit zu verlieren. Kinderschlaganfälle sind schon bei Verdacht immer ein akuter Notfall und bedürfen schnellen Handelns.

Gleichzeitig gilt aber auch der in der Kinderheilkunde so wichtige Grundsatz: "primum nihil nocere" oder englisch "first do no harm"

Therapie:

"primum nihil nocere"

englisch "first do no harm"

Nicht alles was möglich ist, ist auch richtig. Nicht alles, was bei Erwachsenen Standard ist, ist auch bei Kindern Standard.
Daher sollte bei allen Therapieentscheidungen im Kindesalter immer ein Pädiater/Neuropädiater mit besonderer Expertise auf dem Gebiet des Kinderschlaganfalls hinzugezogen werden!

Es gibt weltweit keine komplette Übereinstimmung, welche Therapie optimal ist. Einige Kliniken werden hausinterne Leitlinien haben. Häufig sind es Einzelfallentscheidungen und mehr noch als bei der Diagnostik gilt auch bei der Therapie, dass immer Kinderschlaganfallexperten in die Entscheidungen einbezogen werden sollten!

Eine sogenannte Lysetherapie wird bei Kindern nicht ausserhalb von Studien empfohlen. Nicht zuletzt werden Kinder in den seltensten Fälle früh genug in einem Zentrum vorgestellt, indem eine Lyse durchgeführt werden kann. Verzögerung der Diagnosestellung von >24 h sind keine Seltenheit. Zu diesem Zeitpunkt ist eine Lysetherapie nicht mehr möglich und es geht primär darum weitere Schlaganfälle zu verhindern und die sogenannte "Neuroprotektion" konsequent durchzuführen.. Heparin und Aspirin spielen bei der Sekundäreprävention die wichtigste Rolle. Zur Neuroprotektion, also dem Schutz des Gehirns vor zusätzlichen, vermeidbaren Schäden besteht aus: Kontrolle der Temperatur, Kontrolle des Blutdrucks, Therapie/Vorbeugunge von Krampfanfällen, etc..
Die Aufnahme auf eine Kinder-Intensivstation sollte Standard sein!

Beispiele für Leitlinien zur Kinderschlaganfalltherapie sind online verfügbar:

Universitätsspital Bern (Berner Stroke Center. Enthält spezifische Empfehlungen auch für das Kindesalter)

Chest Guidelines

AHA Guidelines

Besonders erwähnt werden muss auch, dass die Frührehabilitation von Kindern nach Schlaganfällen eine herausragende Rolle spielt.
Die Erholung innerhalb der ersten Wochen nach kindlichem Schlaganfall ist immer wieder dramatisch positiv!

 

Prognose

Während vor Jahren noch die Idee vorherrschte, dass das unreife Gehirn Schädigungen durch einen Schlaganfall besser kompensieren kann als ein ausgewachsenes Gehirn, deuten jüngere Studien daraufhin, dass langfristige Herausforderungen in unterschiedlichen Bereichen der Entwicklung häufiger sind, als früher angenommen. Allerdings ist es hier wichtig unterschiedliche Altergruppen getrennt zu betrachten.

Nicht zuletzt auch deshalb haben sich in Nordamerika Spezialzentren entwickelt, die Kinder bis zum Alter von 18 Jahren regelmässig zu Kontrolluntersuchungen sehen, um die Diagnostik und Therapie zu optimieren und Probleme in der Neurologie (wie etwa Lähmungen, Spastik, etc.) und Entwicklung (Sprache, Lernen, ADHS, ...) frühzeitig diagnostizieren zu können und entsprechende Förderung einzuleiten oder zu verbessern.

Ausblick

Besonders in Canada/USA und Australien besteht heute ein breites Netz von hoch-spezialisierten Kinderschlaganfall-Zentren, die häufig eine sehr hohe Zahl von Patienten betreuen und über gute finanzielle Ressourcen verfügen, um eine optimale Patientenversorgung sicher zu stellen. Aber auch über kontinuierliche wissenschaftliche Arbeit den kindlichen Schlaganfall besser zu verstehen und hoffentlich die Therapie betroffener Kinder immer weiter zu optimieren. Dabei ist die interdisziplinäre Zusammenarbeit ein sehr wichtiges Qualitätskriterium.
Leider ist die diesbezügliche Infrastruktur in Deutschland noch nicht optimal. Hoffnung macht allerdings, dass inzwischen mehrere Zentren in Deutschland sich dem kindlichen Schlaganfall annehmen (Münster; PD Dr. Sträter; München/Vogtareuth, Fr. Dr. Gerstl , Düsseldorf/Meerbusch; Kiel, Prof. Nowak-Göttl).

Das Ziel muss dabei letztlich sein, dem amerikanischen Vorbild zu folgen und hoch speziallisierte Zentren aufzubauen, die durch Patientenversorung, Forschung und Ausbildung von Nachwuchs dafür sorgen, dass langfristig die Betreuung dieser Kinder optimiert werden kann.

Das Toronto-Modell

Das Kinderschlaganfall-Programm in Toronto hat weltweit Vorbildcharakter.
Unter Leitung von Fr. Prof. Gabrielle deVeber wurde bereits vor 20 Jahren als ein echtes, weltweites Pionierprojekt, eine Kinderschlaganfallklinik aufgebaut. Heute ist dies weiterhin eine der grössten Kinderschlaganfallabteilungen der Welt.
4 Professorinnen und Professoren leiten das Programm klinisch und wissenschaftlich. Zusätzlich werden regelmässig "Fellows" im Bereich Kinderschlaganfall ausgebildet.
Am Hospital for Sick Children in Toronto werden pro Woche bis zu 5 akute Kinderschlaganfall-Fälle behandelt!
Alle Patienten werden interdisziplinäre betreut: Schlaganfall-Team, Notfall/Intensivmedizin, Neuroradiologie, Neurologie, Thromboseteam, Neonatologie, .... Eine grosse Kinderneurologische Rehaklinik (Holland Bloorview) betreut die Kinder in der frühen Phase nach der Entlassung.
Alle Fälle werden mehrmals wöchentlich in interdisziplinären Fallkonferenzen diskutiert und das optimale Management besprochen.
Allen betroffenen Kindern und Familien wird angeboten in die Nachsorgeambulanz zu kommen. Bis zum 18.Lebensjahr werden Patienten in der Regel 1x/Jahr wiedervorgestellt, um die Entwicklung zu beurteilen, die Therapie zu optimieren und zu klären ob weitere Untersuchungen notwendig sind.
In der Nachsorgeambulanz werden pro Woche durchschnittlich 15 (!) Kinderschlaganfall-Patienten wiedervorgestellt.

Das bedeutet, dass in einem Jahr in Toronto bis zu
- 250 akute Kinderschlaganfall-Patienten betreut werden (neonatale Schlaganfälle, Kinder/Jugendschlaganfälle und Sinusvenenthrombosen)
- > 700 Patienten in der Nachsorge-Ambulanz betreut werden

Eine der wichtigsten Errungenschaften von Prof. deVeber und ihrem Team ist, neben der klinischen Arbeit und dem unermüdlichen Spendensammeln, der Aufbau des internationalen Netzwerks, die International Pediatric Stroke Study (IPSS). Über die IPSS werden inzwischen Daten von > 5000 Kinderschlaganfallpatienten weltweit regelmässig ausgewertet. Studienergebnisse der IPSS haben wesentlich zur Verbesserung des Verständnis des kindlichen Schlaganfalls beigetragen.

 

Literatur

Ausgewählte Fachartikel zum kindlichen Schlaganfall: folgt

Hier schon mal ein Link zu Publikationen des Schweizer Kinderschlaganfall Registers

Calgary Childhood Stroke Program

 

Der Autor dieser Seite

Ab 1.6.2016:

Dr. med. Daniel Tibussek
Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin, Neuropädiatrie
Gemeinschaftspraxis für Kinder- und Jugendmedizin
Drs. Brand, Kipping, Stößel, Tibussek
Bonner Str. 81 a
53757 Sankt Augustin

http://kinderarzt4u.de/
Email: daniel.tibussek@gmx.net

Lebenslauf

Seit 10/2014 Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin, Klinik für Allgemeine Pädiatrie. Schwerpunkt Neuropädiatrie. Universitätsklinik Düsseldorf.

Seit 8/2014 Masterstudiengang in Genetic Epidemiology an der Erasmus University, Rotterdam.

 

Veröffentlichungen

Beiträge zum Thema Kinderschlaganfall :

Fachartikel:

Tibussek D, Natesirinilkul R, Sun LR, Wasserman BA, Brandão LR, deVeber G. Severe Cerebral Vasospasm and Childhood Arterial Ischemic Stroke After Intrathecal Cytarabine. Pediatrics. 2016 Jan 19.

Tibussek D, Mayatepek E, Klee D, Koy A. Post stroke hemi-dystonia in children: a neglected area of research. Molecular and Cellular Pediatrics 2015, 2 :14

Harmsen S, Schramm D, Karenfort M, Christaras A, Euler M, Mayatepek E, Tibussek D. Presumed Arterial Gas Embolism After Breath-Hold Diving in Shallow Water. Pediatrics. 2015 Aug 10. pii: peds.2014-4095. [Epub ahead of print]

Tibussek D, Sinclair A, Yau I, Teatero S, Fittipaldi N, Richardson SE, Mayatepek E, Jahn P, Askalan R. Late onset group B streptococcal meningitis as a cause of cerebrovascular disease in infancy. J Pediatr 2015; 166:1187-1192

Buchkapitel:

Tibussek D, Shroff M, DeVeber G. Pediatric Stroke. In: Neurovascular Imaging: from Basics to Advanced Concepts.Edited by Luca Saba and Eytan Raz. Springer, New York, 2014.

Vorträge zum Thema Kinderschlaganfall:

Tibussek D, Sinclaire A, Yau I, Askalan R. Late onset group B streptococcal disease associated cerebrovascular disease in infancy. European Stroke Conference, Nice, France, 2014.

Tibussek D, Sinclaire A, Yau I, Jahn P, Mayatepek E, Askalan R. Late-onset Meningitis durch Gruppe-B-Streptokokken. Ursache cerebrovaskulärer Komplikationen. Jahrestagung der Gesellschaft für Neuropädiatrie, 2014, München.

Tibussek D. Schlaganfall im Kindesalter – COL4A1-Mutation und ihre Folgen. 17. Düsseldorfer Epilepsie-Seminar, 25.10.2014.

Tibussek D. Workshop Kinderschlaganfall. Im Rahmen des SPZ-Leitertreffens NRW. Universitätskinderklinik Düsseldorf, 28.1.2015.

Tibussek D. Die Bedeutung cerebraler Arteriopathien beim kindlichen akut ischämischen Schlaganfall. Therapieklinik Meerbusch. 29.1.2015.

Tibussek D. Stroke im Kindesalter: Kein Fall ist wie der andere. Universitätskinderklinik Essen, 30.4.2015.

Tibussek D., G. deVeber, I. Yau, A. M. Pontigon, J. Paterson, S. Laughlin. Cortical laminar necrosis after neonatal and childhood arterial ischemic stroke. A relevant finding? European Paediatric Neurology Society Congress 2015. 27.5.2015.

Tibussek D. Schlaganfall im Kindesalter. Gibt es das? Im Rahmen der Jubiläumsveranstaltung 10 Jahre SPZ Moers. 29.8.2015

Tibussek D. Udate Kinderschlaganfall - neue Erkenntnisse, drängende Fragen. Nikolausfortbildung der Klinik für Kinder und Jugendliche, Duisburg. 9.12.2015

Tibussek D. Langzeitprognose nach Schlaganfall im Kindesalter. Im Rahmen der Jubiläumsveranstaltung 20 Jahre SPZ der Universitätsklinik Düsseldorf. 16.1.2016

Sonstige Veröffentlichungen:

Wolf NI, Vanderver A, van Spaendonk RM et al., 4H Research Group. Clinical spectrum of 4H leukodystrophy caused by POLR3A and POLR3B mutations. Neurology 2014;83:1898-905

Prestel J, Volkers P, Mentzer D, Lehmann HC, Hartung HP, Keller-Stanislawski B; GBS Study Group. Risk of Guillain-Barré syndrome following pandemic influenza A(H1N1) 2009 vaccination in Germany. Pharmacoepidemiol Drug Saf. 2014;23:1192-204

Borusiak P, Langer T, Tibussek D, Becher T, Jenke AC, Cagnoli S, Karenfort M. YouTube as a source of information for children with paroxysmal episodes. Klin Padiatr . 2013 Dec;225(7):394-7

Tibussek D , Distelmaier F. Klinik, Diagnostik und Therapie der idiopathisch intrakraniellen Hypertension im Kindesalter. Ein Update. Neuropädiatrie in Klinik und Praxis 2013 (in press).

Tibussek D, F. Distelmaier F, von Kries R, E. Mayatepek E. Pseudotumor Cerebri in Childhood and Adolescence - Results of a Germany-wide ESPED-survey. Der Pseudotumor cerebri im Kindes- und Jugendalter - Ergebnisse einer Deutschland-weiten ESPED-Studie. Klin Padiatr 2013; 225(02): 81-85.

Rostasy K, Mader S, Schanda K, Huppke P, Gärtner J, Kraus V, Karenfort M, Tibussek D, Blaschek A, Bajer-Kornek B, Leitz S, Schimmel M, Di Pauli F, Berger T, Reindl M. Anti-Myelin Oligodendrocyte Glycoprotein Antibodies in Pediatric Patients With Optic Neuritis. Arch Neurol . 2012 Jun;69(6):752-6

Poretti A, Vitiello G, Hennekam RC, Arrigoni F, Bertini E, Borgatti R, Brancati F, D'Arrigo S, Faravelli F, Giordano L, Huisman TA, Iannicelli M, Kluger G, Kyllerman M, Landgren M, Lees MM, Pinelli L, Romaniello R, Scheer I, Schwarz CE, Spiegel R, Tibussek D, Valente EM, Boltshauser E. Delineation and Diagnostic Criteria of Oral-Facial-Digital Syndrome Type VI. Orphanet J Rare Dis. 2012; 11;7:4.

Tibussek D, Distelmaier F, Kummer S, von Kries R, Mayatepek E. Sedation of children during measurement of CSF opening pressure. Lack of standardisation in German children with pseudotumor cerebri. Klin Padiatr. 2012;224:40-2

Koy A, Freynhagen R, Mayatepek E, Tibussek D. Hereditary sensory and autonomic neuropathy with autonomic crises: a Turkish variant of familial dysautonomia? J Child Neurol. 2012;27:191-6.

• Mall S, Buchholz U, Tibussek D, Jurke A, an der Heiden M, Schweiger B, Diedrich S, Alpers K. A large outbreak of influenza B-associated benign acute childhood myositis in Germany, 2007/2008. Pediatr Infect Dis J 2011; 30:e142-6.

• Allen NM, Tibussek D, Borusiak P, King MD. Benign tonic downgaze of infancy. Arch Dis Child Fetal Neonatal Ed. 2010; 95:F372.

• Kummer S, Schaper J, Mayatepek E, Tibussek D . Posterior Reversible Encephalopathy Syndrome in Early Infancy . Klin Padiatr 2010; 222:269-70.

•  Tibussek D, Distelmaier F, Schneider DT, Vandemeulebroecke N, Turowski B, Messing-Juenger M, Willems PHGM, Distelmaier F, Mayatepek E Clinical spectrum of the pseudotumor cerebri complex in children . Child Nerv Syst 2010; 26:313-21.

•  Tibussek D, Hübsch S, Berger K, Schaper J, Rosenbaum T, Mayatepek E. Infantile onset neurofibromatosis type 2 presenting with peripheral facial palsy, skin patches, retinal hamartoma and foot drop . Klin Padiatr. 2009;221:247-50.

•  Karenfort M, Kieseier BC, Tibussek D, Schaper J, Mayatepek E. Rituximab as a highly effective treatment in a female adolescent with severe multiple sclerosis . Dev Med Child Neurol 2009; 51:159-61.

•  Sabir H, Mayatepek E, Tibussek D . Rhythmische Lidbewegung beim Kauen und kongenitale Ptosis . Monatsschr Kinderheilkd 2009

Siehe auch hier

•  Tibussek D , Distelmaier F, Mayatepek E. Pseudotumor cerebri (Syn.: Die pädiatrische idiopathische intrakranielle Hypertension) Symptomatik, Diagnostik, Therapie. Review. Päd (2009)

• Schmitt B, Hübner A, Klepper J, Korinthenberg R, Kurlemann G, Rating D, Tibussek D , Wohlrab G, Wolff M: Therapie der Blitz-Nick-Salaam-Epilepsie. Neuropädiatrie in Klinik und Praxis , 2009; 4: 92-116

•  Sabir H, Mayatepek E, Schaper J, Tibussek D . Baby-walkers: an avoidable source of hazard. Lancet. 2008;372:2000

•  Tibussek D, Rosen A, Langenbach J, Mayatepek E. Acute onset toe walking. Video documentation of "benign acute childhood myositis". Mov Disord. 2008 30;23:2104-5. Das Video dazu.

•  Stienen A, Weinzierl M, Ludolph A, Tibussek D , Häusler M. Obstruction of cerebral venous sinus secondary to idiopathic intracranial hypertension . Eur J Neurol. 2008;15:1416-8.

•  Distelmaier F, Mayatepek E, Tibussek D . Probable idiopathic intracranial hypertension in pre-pubertal children. Arch Dis Child. 2008;93:356-7.

•  Weber C, Schaper J, Tibussek D , Adams O, Mackenzie CR, Dilloo D, Meisel R, Göbel U, Laws HJ. Diagnostic and therapeutic implications of neurological complications following paediatric haematopoietic stem cell transplantation. Bone Marrow Transplant. 2008;41:253-9.

•  Tibussek D , Karenfort M, Mayatepek E, Assmann B. Clinical reasoning: shuddering attacks in infancy. Neurology. 2008 25;70:e38-41.

•  Distelmaier F, Tibussek D , Schneider DT, Mayatepek E. Seasonal variation and atypical presentation of idiopathic intracranial hypertension in pre-pubertal children. Cephalalgia. 2007;27:1261-4.

•  Tibussek D , Wohlrab G, Boltshauser E, Schmitt B (2006) Proven startle provoked epileptic seizures in childhood:semiological and electrophysiological variability. Epilepsia. 2006;47:1050-8 .

•  Tibussek D , Mayatepek E, Distelmaier F, Rosenbaum T (2006) Status epilepticus due to attempted suicide with isoniazid. Eur J Pediatr. 165(2):136-7.

•  Tibussek D , Distelmaier F, Schonberger S, Gobel U, Mayatepek E. (2006) Antiepileptic treatment in paediatric oncology--an interdisciplinary challenge. Klin Padiatr. 218(6):340-9.

•  Iff T, Meier R, Olah E, Schneider JFL, Tibussek D , Berger C (2006) Tick-borne meningo-encephalitis in a 6-week-old infant. Eur J Ped 164(12):787-8.2

•  Tibussek D , Meister H, Walger, M, Foerst, A, von Wedel, H (2002) Hearing Loss in Early Infancy Affects the Maturation of the Auditory Pathway. Developmental Medicine & Child Neurology 44: 123-129 .

Mitgliedschaften

•  Arbeitsgemeinschaft Niedergelassener Neuropädiater

•  Gesellschaft für Neuropädiatrie

• Deutsche Gesellschaft für Epileptologie e.V.

•  Deutsche Gesellschaft für Kinderheilkunde und Jugendmedizin

•  Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e.V.

•  Deutsche Gesellschaft für Sozialpädiatrie und Jugendmedizin

•  Deutsche Gesellschaft für Klinische Neurophysiologie

• International Child Neurology Association

 

Ihr

Dr. Daniel Tibussek


| ©2016 Paediatrie-Links.de

Impressum
Disclaimer